No . LT/99/1/088102/PI/I.1.1.e/CONT

Berufsbezogene Sozialisation der behinderten Jugendlichen

 

Vorwort

Das Rehabilitationszentrum für Berufsbildung Litauen (LRPRC) [1] wurde 1993 mit Hilfe von der Bundesregierung Deutschland gegründet. Diese dreijährige Berufsschule für lern- und körperbehinderte Jugendliche übernahm vom Berufsbildungswerk Südhessen (BBW) [2] sowohl die materielle als auch die methodische Hilfe und Bildungsideen. Ob solches Modell für die berufliche Bildung von behinderten Jugendlichen das Richtige ist, war nach den Forschungsergebnissen über ihre soziale Adaptation zu schliessen. Solche Forschung ist 1997 unter Leitung von Prof. habil. Dr. V. Karvelis durchgeführt worden, an der Umfrage nahmen die Auszubildenden nach dem Abschluss des ersten Ausbildungsjahres als Respondenten teil.  Die Ergebnisse liessen sich in der Tat mit dem Prädikat “erfreulich“ charakterisieren: Mehr als die Hälfte der Auszubildenden waren im Stande, eine Arbeitsstelle unter den Bedingungen des drastisch zurückgehenden Arbeitsmarktes zu finden und damit ihren Lebensunterhalt zu sichern. Andererseits kamen auch einige negative Tendenzen zum Vorschein: Mangel an Selbstständigkeit, schlecht entwickelte Komunikationsfähigkeiten, geringe Bewerbungsfähigkeiten, Konflikte mit sich selbst und mit der Gesellschaft u. a. Das alles bereitete grosse Schwierigkeiten den Jugendlichen bei der Arbeitssuche. Daraus wurde folgende Schlussfolgerung gezogen, dass bei der Ausbildung von solchen Jugendlichen neben der beruflichen Qualifikation  auch andere Kenntnisse und Fertigkeiten (vor allem Schlüsselqualifikationen) vermittelt werden müssen: Durch solche Erweiterungen des Berufsbildungsinhaltes kann mit besseren Ergebnissen gerechnet werden. Mit diesem Ziel hat die Autorengruppe von LRPRC (I. Baranauskienë, E. Elijoðius, R. Elinauskas) das Projekt „Berufsbezogene Sozialisation der behinderten Jugendlichen“ ausgearbeitet. Das Projekt basiert auf einer kontinuierlichen Zusammenarbeit des BBW Südhessen (Geschäftsführer K.-H. Schindler), des Rehabilitationszentres der Republik Lettland (RRC) [3] (Direktorin R. Simsone) und des LRPRC. Die Projektautoren und Projektmitarbeiter liessen sich sowohl von den Projektpartnern als auch von Wissenschaftlern von der Fakultät für Sonderpädagogik an der Universitüt Ðiauliai (Dekan Dr. J. Pumputis), vom Sozialbezogenen Forschungszentrum an der Universität Ðiauliai (geleitet von Dr. J. Ruðkus) (das ehemalige Edukologische Forschungzentrum unter Leitung von Prof. habil Dr. G. Merkys), von der Manchester Municipal University (MMU) [4] (S. G. Johnes) beraten. Im Dezember 1999 wurde das Projekt von der EU-Generaldirektion “Bildung und Kultur”, die für die Umsetzung des Leonardo da Vinci-Programms verantwortlich ist, genehmigt.

Mitglieder der Partnerschaft

Programm Leonardo da Vinci

Projektpartner

Rehabilitationszentrum für Berufsbildung Litauen (LRPRC)

Berufsbildungswerk Südhessen (BBW) – Bundesrepublik Deutschland

Rehabilitationszentrum der Republik Lettland (RRC) – Lettland

Manchester Municipal University (MMU) - England

Fakultät für Sonderpädagogik an der Universität Ðiauliai

Ministerium für Wissenschaft und Bildungswesen

Sozialbezogenes Forschungzentrum an der Universität Ðiauliai

Polytechnische Schule in Þemaièiø Naumiestis

Berufsschule für Bauarbeiter in Kaunas

Projektführender Vorsitz

Ingrida Baranauskienë (LRPRC) – Projektleiterin

Egidijus Elijoðius (ÐU/LRPRC) – Projektkoordinator

Karl-Heinz Schindler (BBW)

Regina Simsone (RRC)

Sue Johnes (MMU)

Projektmitarbeiter

Augulienë Irena – LRPRC

Bagdanovienë Rita – Sonderschule mit Internat in Þagarë

Bart Lilli – BBW

Bidvienë Regina – Polytechnische Schule in Þemaièiø Naumiestis

Brokartaitë–Pladienë Indrë – ÐU

Buèinskienë Raisa – LRPRC

Buitvydienë Ona – Sonderschule mit Internat in Linkuva

Butvilienë Graþina – LRPRC

Baltrukonienë Roma – LRPRC

Dingeldein Heinz – BBW

Dubinienë Danë – Kinderheim “Ðaltinis” in Ðiauliai

Dþiautienë Janë – LRPRC

Elijoðiûtë Rasa – ÐU

Elinauskas Romas – LRPRC

Fischer Vera – BBW

Gabartienë Lionë – Sonderschule mit Internat in Gelgaudiðkis

Grëbliûnienë Rima – LRPRC

Ivoðkis Alfonsas – LRPRC

Jannelli Susanne – BBW

Jurkðaitienë Rûta – Sonderschule mit Internat in Gelgaudiðkis

Kasparavièienë Laimutë – LRPRC

Kareèkienë A. – Sonderschule mit Internat in Þagarë

Krasta Dace – RRC

Kubaitytë Jûratë – Polytechnische Schule in Þemaièiø Naumiestis

Lacienë Vida – LRPRC

Lapënienë Asta – Internatschule für Sehbehinderte in Kaunas

Lieke Renate – BBW

Meðkauskienë Daiva – Schule “Gyvenimo kelias” in Ðiauliai

Mineikienë Regina – Polytechnische Schule in Þemaièiø Naumiestis

Minkevièius Almantas – LRPRC

Murina Julija – Polytechnische Schule in Þemaièiø Naumiestis

Nemeikðienë Virginija – ÐU

Paskoèimienë Nijolë – LRPRC

Petrauskienë Daiva – LRPRC

Povilianskienë Dþana – LRPRC

Pravilonienë Nijolë – LRPRC

Raðèius Virginijus – Internatschule für Sehbehinderte in Kaunas

Rimkuvienë Adelë – Polytechnische Schule in Þemaièiø Naumiestis

Rutkauskienë Vitalija – LRPRC

Rutkauskienë M. - Förderungszentrum für Blinde und Sehbehinderte Litauen

Skriptienë Lena – LRPRC

Summerauer Horst – BBW

Ðmukðta Virginijus – LRPRC

Vaitkienë Rasa – Internatschule für Sehbehinderte in Kaunas

Vismantienë Irena – Polytechnische Schule in Þemaièiø Naumiestis

Zakienë Loreta -  LRPRC

Þemaitienë Irena – Sonderschule mit Internat in Gelgaudiðkis

Wissmann Christine – BBW

Projektexperten

Alifanovienë Daiva – Universität Ðiauliai

Ambrukaitis Jonas - Universität Ðiauliai

Elijoðienë Irena - Universität Ðiauliai

Garbinèiûtë Ilona – Universität Ðiauliai

Juodraitis Adolfas – Universität Ðiauliai

Karvelis Vytautas - Universität Ðiauliai

Kaukënaitë Liudvika - Universität Ðiauliai

Merkys Gediminas - Universität Ðiauliai

Morozova Graþina - Universität Ðiauliai

Pravilonis Jonas – Rehabilitationszentrum für Berufsbildung Litauen

Pumputis Juozas - Universität Ðiauliai

Ruðkus Jonas - Universität Ðiauliai

Ðtitilienë Ona - Universität Ðiauliai

Urnavièius Algirdas Kostantas – Ministerium für Wissenschaft und Bildungswesen

PROJEKTIDEEN

“Ich weiss, dass diese Welt nicht vollkommen ist und dass sie nicht vollkommener sein kann, aber ich muss mich bemühen, so zu leben und mir solche Gedanken zu machen, als ob sie anders sein könnte: ich weiss, dass der Mensch unvollkommen ist und dass er nicht anders sein kann, aber ich muss mich bemühen so zu leben und so nachzudenken, als ob er vollkommener sein könnte”.

(A.Ðliogeris)

Dieser Gedanke des litauischen Philosophen A.Ðliogeris hat die deutschen, englischen, lettischen und litauischen Partner im Rahmen des Leonardo da Vinci Pilotprojektes “Berufsbezogene Sozialisation der behinderten Jugendlichen” zu gemeinsamem Tun zusammengebracht. Wenn man sich über die Umgestaltung der beruflichen Bildung von behinderten Jugendlichen Gedanken macht, wird die Einbeziehung der Schlüsselqualifikationen in die Berufsbildungsprogramme an die Spitze gestellt.

Die Schlüsselqualifikationen werden immer öfter in den deutschen wissenschaftlichen Beiträgen  der achtziger Jahre erwähnt. Seit 1993 sind sie in die deutsche Berufsbildungsprogramme integriert worden. Die Schlüsselqualifikationen werden in England, in den USA, in Österreich und in anderen Staaten als ganz wesentlicher Punkt angesehen.

In der litauischen Wissenschaft hat als erster Prof. habil. Dr. R. Lauþackas den Schlüsselqualifikationen eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Der Begriff selbst bleibt bis ins heute umstritten, es ist keine eindeutige Vereinbarung getroffen worden – es kommt immer auf einen bestimmten Ausgangspunkt an. Von uns, d. h. von den Projektpartnern, werden die Schlüsselqualifikationen als solche Qualifikationen definiert, die für viele Berufssphären von Bedeutung sind. Wir wollen ausserdem darauf hinweisen, dass diese Qualifikationen unentbehrlich für den Menschen sind, der das Bedürfniss nach kontinuierlicher Vervollkommnung hat und sich in die Gesellschaft eingliedern will. In unserem Fall ist das eine wichtige Voraussetzung und zugleich eins der gestrebten Ziele – Hilfestellung für die soziale und berufliche Adaptation von behinderten Jugendlichen.

Mit dem Ziel, den Einfluss der Schlüsselqualifikationen auf die berufliche Tätigkeit und auf die  Adaptation von behinderten Personen festzustellen, wurde eine Forschung in LRPRC und in BBW durchgeführt. Es gibt genug Gründe, das LRPRC in Radviliðkis und das BBW Südhessen als in wichtigen Merkmalen übereinstimmende Bildungseinrichtungen zu betrachten, weil das LRPRC mit Hilfe von der Bundesregierung Deutschland gegründet wurde, wobei auch die Kollegen von BBW Südhessen mitgearbeitet haben.

Die oben genannte Forschung hat das Ziel verfolgt, Kriterien zu finden, die notwendige bzw. zu vermittelnde Schlüsselqualifikationen zum Vorschein kommen liessen. Die Forschung hat sich folgende Aufgaben gestellt:

- den Einfluss der Schlüsselqualifikationen auf die berufliche Bildung und  auf  den Sozialisationsprozess der behinderten Jugendlichen festzustellen,

- auf der Basis von Ergebnissen zu prognostizieren, welche Massnahmen zum erfolgreicheren Lernen und zur Sozialisation von behinderten Jugendlichen beitragen würden.

Grundqualifikationen. Darunter sind vor allem die Lese- und Schreibfertigkeiten zu verstehen. In Partnerländern werden sie als allgemein anerkannte Prioritäten für Berufsbildung von behinderten Jugendlichen angenommen. Aber auch hier lässt sich in seltenen Fällen die Differenzierung anmerken. Wenn die Lesefertigkeiten als ein verstärkendes Mittel der beruflichen Aktivität verstanden werden, so wird die Förderung von Schreibfertigkeiten sowohl von pädagogischen Fachkräften als auch von den Auszubildenden selbst nicht in richtigem Masse geschätzt. Deswegen sind hier die Erfarungen vom BBW Südhessen von grosser Bedeutung: Es ist ja genauso wichtig, sich mündlich und schriftlich um eine Arbeitsstelle bewerben zu können, wie auch sich für das erste Gespräch mit dem Arbeitgeber vorbereitet zu sein und auch für die spätere Kommunikation nicht nur mit dem Verwaltungspersonal sondern auch mit den künftigen Arbeitskollegen. Solche Synthese von Lese-und Schreibfertigkeiten unterstützt die Motivation und das Selbsbewusstsein  des Auszubildenden.

Lebenspraktische Fertigkeiten. Das sind die Selbstkontrolle und der Bedarf nach der Vervollkommnung. Die lebenspraktischen Fertigkeiten sind im direkten Sinne mit anderen Mitmenschen verbunden und haben Bezug auch zu solchen realen Lebensaktivitäten wie Lernen, Arbeit und Freizeit. Selbsverständlich wird der Förderung von lebenspraktischen Fertigkeiten  die Aufmerksamkeit in allen Partnerländern geschenkt. Aber die Ergebnisse sind trotzden unterschiedlich. Aus unseren Forschungergebnissen ist zu entnehmen, dass  litauische Jugendliche nur sehr diskontinuierliche Vorstellungen haben. Als mit fallender Tendenz sind die Antworten zu beurteilen, die den ersten Lohn und die Einrichtung der Wohnung betreffen. In Hinsicht auf die Grösse gibt es ganz reale Verdienstvorstellungen. Aber die meisten Respondenten würden das Geld sofort für Süssigkeiten und Kleidung ausgeben bzw. würden die Schulden zurückzahlen. Litauische Jugendliche haben nur noch imaginäre Vorstellungen von der Wohnung. Anzunehmen ist, dass unter anderen wirtschaftlichen Bedingungen diese Vorstellungen realer sein würden. Die Jugendlichen aus BBW Südhessen haben ganz konkrete Träume von der Wohnung: sie soll modern, bequem und gemütlich sein, manche Auszubildende besitzen sie schon. 

Aber wir wären der Auffassung, dass die besseren Bewertungen von lebenspraktischen Fertigkeiten in BBW nicht nur alleine durch unterschiedliche Wirtschaftsbedingungen verursacht worden sind, sondern dass dazu viel mehr die erfolgreiche Methodik der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen beigetragen hat. Die Förderung von Schlüsselqualifikationen wurde in den Freizeitbereich den Auszubildenden integriert, es kam in enger Zusammenarbeit von Ausbildern und Erziehern, vom sozialen und psychologischen Fachdienst zu Stande, wenn die Verantwortung in konkreten Situationen auf Jugendliche übertragen wurde, auch durch Übungssituationen in der Freizeit. Ein Anteil von Auszubildenden des BBW wohnt in Aussenwohngruppen (in gemieteten Häusern) unter minimaler Aufsicht von Sozialarbeiterinnen. Dieses Projekt hat einige Jahre gedauert und brachte gute Ergebnisse: Die Jugendlichen werden befähigt, ihren Alltag zu planen und den Haushalt zu führen, miteinander gemeinsame Entscheidungen zu treffen, umweltbewusst zu sein und sich anständig mit den Nachbarn zu verhalten.

Eine andere Gruppe von grundlegenden Fertigkeiten umfasst das Verhalten in der Gesellschaft,  Bereitschaft für die Teamarbeit und das Streben nach Verbesserung von eigenen Leistungen. Unsere Forschungsergebnissen lassen die oben genannten Fertigkeiten als mit aufsteigender Tendenz charakterisieren: Jugendliche sind schon im Stande der Wirklichkeit entsprechend ihre Leistungen und Berufsmöglichkeiten einzuschätzen. Für viele Auszubildende sind ihre eigenen Mängel klar, sie hoffen ihr eigenes Wissen und ihre Fertigkeiten auf ein höheres Niveau zu bringen. Aber zugleich kommen die Kommunikationsprobleme zum Vorschein: Verhältnisse mit künftigen Arbeitskollegen werden sehr abstrakt bezeichnet: “gut“ und „freundlich“. Manche Antworten beinhalten die Anpassung an herrschende Meinung bzw. Stereotypen: Man erwartet Freundschaft wenn man auf ein Bier einlädt oder schmeichelt. Genauso können die Antworten der deutschen Jugendlichen beurteilt werden (ausser dem Streben nach konformistischen Verhältnissen mit künftigen Arbeitskollegen).

Deswegen würden wir gründsätzlich sagen, dass diese  Fertigkeiten auch zu fördern sind und dass das ein entscheidender Schwepunkt in allen Partnerländern ist.

Bei Förderung von diesen grundlegenden Fertigkeiten wurden gute Ergebnisse von lettischen Kollegen in RRC und von deutschen Kollegen in BBW erreicht. Hier muss wahrgenommen werden, dass es auf keinen Fall genügt, alle Fakten, vorhandene Informationen und Theorien in die Köpfe der Jugendlichen “hinenzustopfen”, denn alles verliert sehr schnell an Zeitgemässigkeit und wird vergessen. Deswegen ist es ganz ausschlaggebend, alle möglichen Massnahmen vorzunehmen, damit den Jugendlichen die Möglichkeit zur Verfügung stünde, ihre Fertigkeiten und ihr Wissen praktisch und unter verschiedenen Umständen benutzen zu können.

Das reale Leben wird zur Hilfe gezogen beim Überprüfen von neuen Ideen und Vermutungen. Solche Bildungsmethodik dient zur Förderung von Schlüsselqualifikationen und beim ihren Gebrauch in realen Lebenssituationen.

Soziale und bürgerliche Kompetenz. Darunter werden diverse soziale Aktivitäten, wie z. B. Kommunikation, Zusammenarbeit mit anderen Mitmenschen, Verhältnisse in der demokratischen Gesellschaft, Verpflichtungen, Verantwortung und Rechte, Moralkodex und Menchenrechte verstanden.

Unsere Forschung liess es deutlich erkennen, dass soziale und bürgerliche Kompetenz auch als Fetigkeiten mit aufsteigender Tendenz bezeichnet sein könnte. In Antworten auf die Frage “Was wollte ich im ersten Arbeitsjahr erreichen?“ ist die Wahrnehmung zu beobachten, dass es sehr wichtig ist, sich fortzubilden und nach der Anerkennung von anderen Kollegen zu streben. Ähnliche Antworten haben auch die deutschen Jugendlichen gegeben.

Relativ reale Pläne schmieden die Jugendlichen über ihre zukünftige Familie: sie hoffen, dass mit der Zeit sie heiraten und Kinder haben werden. Aber manche von ihnen betrachten das als eine Art Abenteuer, für einen anderen Anteil der Respondenten steht die Familie auf der zweiten Stelle, auf die erste werden dann  materielle Werte gestellt.

Die betrüblichen Erfahrungen der Auszubildenden lassen sich aus ihren Beurteilungen über Alkohol und Drogen erkennen. Ein grosser Anteil von Respondenten sind für massvollen Alkoholgebrauch aber gegen Drogen eingestellt. Aber die Antworten auf die Frage “Was möchte ich im Leben erreichen?“ bezeichnen sich durch fallende Tendenz. Sowohl deutsche, als auch litauische Jugendliche bedienen sich abstrakten Begriffen wie „viel“ und „alles Beste“. Ganz oft sind solche irreale  Pläne wie Millionär oder sogar Kosmonaut zu werden, zu treffen.

Als angemessene Methodik, die das Erreichen von vielen positiven Ergebnissen  ermöglicht hatte, ist die Erfahrung des LRPRC zu begutachten. Die Pädagogen des Freizeitbereiches glauben an Effektivität dieser Methode, indem sie ein Teil der Verantwortung für die berufliche Bildungund  und Freizeit selbst den Auszubildenden überlassen.

Bewerbungsfertigkeiten schliessen Kommunikation, Beschaffen der Informationen, Flexibilität, selbständiges Entscheidungstreffen, Lernen und Vervollkommnung, Initiative, Fähigkeit, kritisch zu sein, Selbsvertrauen in unklaren Situationen ein.

Bei diesen Fertigkeiten ist die fallende Tendenz am stärksten ausgeprägt. Einige Wochen vor dem Praktikum wussten die litauischen Auszubildenden noch nicht, wo sie ihr Berufspraktikum machen werden. Für viele Jugendliche bleibt es unklar, dass wenn man solche Fertigkeiten erwerben will, soll man auch weiterhin lernen und sich ständig vervollkommnen. Sie hoffen auf leichtes Überwinden von entstandenen Schwierigkeiten (manchmal kommen ganz unbegründete optimistische Aussagen vor: Es wird keine Schwierigkeiten geben) oder sie können sich ihren künftigen Arbeitsplatz nicht vorstellen. Die Antworten der deutschen Jugendlichen beweisen, dass bei der Förderung von oben genannten Fertigkeiten viel bessere Ergebnisse zu erwarten sind. Die Förderung von dieser Kompetenz ist in Deutschland zu einem kompletten System ausgebaut worden, das Auszubildende von allen Ausbildungsjahren miteinbezieht. Das ist eine gut ausgearbeitete Strategie, durch die ermöglicht wird, dass das ganze BBW nach einem Prinzip handelt, es sind systematische Bewertunssysteme vorgesehen und eben sie bestimmen die weitere Ausbildung. Die Förderung von Bewerbungsfertigkeiten hängt eng mit Ausbildungsprogrammen zusammen. Da wird die Vielfalt an Methoden angeboten, der Fortschritt der Auszubildenden wird ständig kontroliert, viele Möglichkeiten für Fortbildung und  Erfahrungsaustausch von pädagogischen Fachkräften sind vorhanden.

Aus unserer Erfahrung ist zu schliessen, dass die Förderung von Schlüsselqualifikationen ein wesentlicher Punkt im Berufsbildungssystem ist. Es ist nicht ausreichend, einem behinderten Jugendlichen die berufliche Qualifikation (z. B. des Schlossers oder der Modeschneiderin) zu vermitteln und ihn in den Arbeitsmarkt zu “liefern“. Wenn solche Jugendliche nicht genug Schreibferigkeiten haben, wenn sie nicht selbstbewusst handeln können, d. h. keine Selbstentscheidungen über ihren Wohnort, Alltag und Freizeit treffen können, wenn sie nicht richtig Kontakte pflegen können und  keinen Bedarf an Vervollkommnung und Teamarbeit haben, wenn ihnen die Verantwortungs- und Pflichtgefühle fremd sind und sie gegen Moralnormen und Gesetze  verstossen, wenn sie sich an einen neuen Arbeitsplatz nicht anpassen können und unflexibel sind und zuletzt wenn sie nicht im Stande sind, kritisch zu handeln,  und kein Selbstvertrauen haben, fällt es den jungen Leuten ganz schwer, sich in den Arbeitsmarkt einzugliedern und zugleich in der Gesellschaft akzeptiert zu sein.

Deswegen halten wir weitere Ziele von äusserst wichtig:

  • das Streben nach der Zusammenwirkung von beruflichen Bildung und Förderung von Schlüsselqualifikationen
  • Schlüsselqualifikationen werden dann am effektivsten eingesetzt, wenn man sich aktiven Lern- und Förderungsmethoden bedient, wenn sie mit Praktikum und Realität verbunden sind
  • bei der Vorbereitung der Lern- und Lehrmaterialien muss berücksichtigt werden, welche Fertigkeiten und auf welchem Niveau zu vermitteln sind beim Unterrichten jedes konkreten Faches
  • wenn die Schlüsselqualifikationen ohne entsprechender Berücksichtigung bleiben, werden die Auswirkungen dessen nicht nur in der sozialen Adaptation Behinderter, sondern auch im Sozialisationsprozess im breiteren Sinne spürbar.

Wichtigste Projektaspekte im europäischen Kontext

In diversen Unterlagen der Europäischen Union, z. B. im Weissbuch “Auf dem Weg zur kognitiven Gesellschaft“ (1996), im Grünbuch „Zur Mobilität“ (1997), im Weissbuch „Europäische Sozialpolitik“ (1996) ist die Tendenz zu beobachten, dass in den nächsten 10-15 Jahren in Industriestaaten die Zahl der Arbeitsplätze für Menschen ohne Ausbildung drastisch zurückgehen wird. Zugleich wird die Forderung gestellt, dass die wirtschaftliche Stärke im integrierten Europa für Menschen mit Behinderungen auf keinen Fall unzugänglich werden darf. Es sind folgende Prinzipien vorgesehen, die die behinderten Personen vor der Arbeitslosigkeit schützen und ihnen eine entsprechende qualifizierte berufliche Ausbildung versichern sollten:

  • behinderte Personen bekommen eine qualifizierte berufliche Ausbildung
  • es sind verschiedenartige Massnahmen und Angebote zur Erhaltung der qualifizierten beruflichen Ausbildung vorgesehen. Der erwünschte Trend ist die gemeinsame, koordinierte Zusammenarbeit der EU-Staaten an der Ausbildung der Behinderten für berufliche Tätigkeit
  • Kompetente Berufsberatung. Von den Beratungszentren in jedem EU-Staat bis zu gemeinsamen ganzeuropäischen Beratungszentren für Behinderte soll sich dieses Netz entwicklen. Die Grenzen der Berufsberatung werden von der Entscheidungssteuerungshilfe bis zur Arbeitsstellensuche erweitert, die Betreuung in den ersten Monaten der Erwerbstätigkeit wird gegebenenfalls durch die Betreuung während der ganzen beruflichen Laufbahn vervollständigt.
  • Annerkennung der Berufsqualifikationen in allen europäischen Ländern
  • Hilfestellung und Unterstützung von Berufsbildungsprozessen in assoziierten Ländern.

Diese von der EU vorgesehene Prinzipien werden erfolgreich verwirklicht. Das beweist die Gründung der europäischen Zentren für Berufsberatung und ihr Einordnen in das internationale europäische Netz. Als ein anderes Beispiel dafür könnte die Wiederherstellung des europäischen Berufsbildungswerkes in Bittburg gelten. In dieser Einrichtung ist alles darauf eingestellt, dass behinderte Personen aus europäischen Ländern berufliche Qualifikation erweben könnten: Ausbildung in zwei Sprachen, berufliches Praktikum in Nachbarländern, es werden in Europaländern anerkannte Zeugnisse ausgestellt. Diese Vision der beruflichen Bildung von Behinderten lässt die Dimension der europäischen Rehabilitationseinrichtungen zum Vorschein kommen.

Ein anderer Schritt, der zur beruflichen Bildung der Behinderten beiträgt, ist das EU Programm Leonardo da Vinci. Der Massnahmenteil I.1.1.e. gibt Anregung für Praktiker und Wissenschaftler, nach der qualitativen Umgestaltung der beruflichen Bildung von Behinderten zu streben. Im Jahre 1995 sind  in diesem Bereich 3, 1996-4, 1997-4, 1998-3 Pilotprojekte durchgefürt worden. Berufliche Bildung Behinderter wurde von verschiedenen Austauschprojekten beeinflüsst, die im Rahmen des Leonardo da Vinci Programmes stattgefunden haben (Tutscher, 2000).

Obwohl Litauen, genauso wie Lettland zur Zeit nur noch die Verhandlungen wegen der Mitgliedschaft in der EU führt, darf die Tatsache nicht unterschätzt werden, dass vor 4-5 Jahren vorgesehene Tendenzen in diesen Ländern schnell realisiert wurden. Neben den erwähnten Beispielen könnte man die Gründung der Rehabilitationszentren in Litauen und in Lettland (mit Unterstützung von der Bundesregierung Deutschland) nennen. Aktive und sachliche Initative des Leonardo da Vinci Fonds in Litauen, das Ausstellen der internationalen Fachzertifikaten an die Absolventen des LRPRC (mit Hilfe von BBW Südhessen und Industrie und Handelskammer Friedberg Deutschland) zeugen vom grossen Fortschritt.

Diese Beispiele für berufliche Bildung Behinderter, wie auch der Überblick über die wissenschaftliche Literatur bringen die allgemeinen Berufsbildungstendenzen zum Ausdruck. Die jetzige Situation gibt Anregung, neu die Programme für Berufsbildung Behinderter zu überprüfen und offen für die Änderungen zu sein. So lautet eins von unseren Projektzielen.

Die Unterschiede von der beruflichen Bildung Behinderter wurden durch diverse kulturelle und historische Wirkungen verursacht. Von der EU wird nicht das Ziel verfolgt, diese Unterschiede zu nivelieren, sondern es wird vorgeschlagen, die berufliche Rehabilitation als einen schwierigen und komplexen Prozess zu betrachten, wobei auf folgende Schwerpunkte ein besonderer Wert gelegt wird:

  • kompetente Berufsberatung
  • berufliche Bildung
  • Hilfestellung bei der Arbeitssuche
  • Nachbetreuung (Dauer und Art steht in direkter Abhängigkeit von der Behinderung)

Auf welche Art und Weise die Eingliederung Behinderter in die Gesellschaft erreicht wird und welche Ausbildungsparadigmen zu befolgen sind, das  wird von jedem Land selbst bestimmt. Dabei werden althergebrachte Traditionen, gesellschaftliche Einstellungen und wirtschaftliche Bedingungen berücksichtigt.

Nach dem Vergleich der Charakteristiken von der beruflichen Bildung in Deutschland, England, Litauen und Lettland kann Folgendes behauptet werden:

  • die Berufsberatung hat in den oben genannten Ländern nicht das gleiche Niveau: In Deutschland und England dauert sie 1 bis 2 Jahre, in Litauen ausschliesslich nur in LRPRC 2 bis 3 Wochen. Keine anderen Angaben über berufliche Orientierung sind vorhanden. In Lettland wird dieser Etappe der beruflichen Rehabilitation auch nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt. Das Bestreben den Status quo zu ändern wird im weiteren Kapitel „Projektergebnisse“ ausführlich geschildert.
  • Berufliche Bildung als eine der Etappen der beruflichen Rehabilitation ist am besten in allen Partnerländern entwickelt worden. Auch wenn die Vielfalt an Formen von beruflichen Rehabilitation hier der Fall ist, kommen alle Partnerländer zu einem gemeinsamen Beschluss, offen für die Änderungen zu sein. Das verlangen die Tendenzen der europäischen Integration.
  • Hilfestellung bei der Arbeitssuche und Nachbetreuung sind in England und Deutschland am besten etwickelt worden. In Litauen und Lettland basiert die Hilfestellung bei der Arbeitssuche meistens auf der privaten Initiative. Deswegen sollte das Hilfesystem für Erwerbstätigkeit erweitert werden, auch wenn die Finanzierung begrenzt ist. Aber darum wird es sich im kommenden Projekt handeln.

Projektergebnisse

Das Projekt “Berufsbezogene Sozialisation der behinderten Jugendlichen“  begrenzt sich auf zwei Etappen der beruflichen Rehabilitation: Berufsberatung und berufliche Bildung. Die im Rahmen des Pilotprojektes entwickelten Produkte (Lehrbücher, methodiche Lehrmittel, methodicher Videofilm, Webseite (Homepage)) dienen zur Optimierung von diesen Etappen. So lautet auch die Hauptidee unseres Projektes: alle Bemühungen der Teilnehmer des Ausbildungsprozesses (d. h. Ausbilder, Auszubildende, Erzieher, sozialpsychologischer Fachdienst, Eltern und Betreuer, Arbeitgeber u. a.) sollen zur Verbesserung von beruflichen Qualifikationen von behinderten Jugendlichen beitragen und bei der Förderung von grundlegenden Fertigkeiten Hilfe entgegenbringen. Von uns sind folgende Produkte entwickelt worden:

  • Methodisches Lehrbuch “Die Zeit der Berufsentscheidung“ wurde von E. Elijoðius (Assistenten im Lehrstuhl für Sonderpädagogik und Psychologie an der Universität Ðiauliai) erstellt. Nicht nur die Erfahrungen von deutschen und englischen Kollegen wurden in dieses Buch aufgenommen, sondern auch empirische Forschungen des Verfassers selbst. Qualitative und systematische Analyse, Vergleichen von unterschiedlichen Bildungssystemen gibt einen vielfältigen Überblick über die berufliche Bildung, sie wird als eine logische Fortsetzng der Allgemeinbildung angesehen. Kompetente Berufsberatung ermöglicht den erfolgreichen Sozialisationsgang der  behinderten Personen.
  • Im methodichen Buch “Berufliche Bildung Behinderter: Inhaltserneuerungen“ wird über die Leistungen von Partnern im Rehabilitationsprozess geurteilt. Vor allem können dieses Buch die Sonderpädagogen gut gebrauchen, weil hier das ganze System der Förderung von lernbehinderten Auszubildenden analysiert wird. Zum Schwerpunkt wird die Frage „Wie sollen die Grenzen der beruflichen Qualifikation erweitert werden, damit in die berufliche Fachausbildung auch die Schlüsselqualifikationen integriert würden?“. Andere Beispiele, erstellte und praktische erprobte Lehrbücher behandeln die Zusammenwirkung von beruflichen Bildung und Schlüsselqualifikationen:
  • Im „Handbuch des Bauaustatters“  werden nicht nur berufliche Fachkenntnisse vermittelt, sondern auch wird für die Vermittlung von Bewerbungfähigkeiten gesorgt (Verfasser R.Elinauskas und I.Baranauskienë).
  • „Handbuch für Koches“ befasst sich mit der Förderung von Fachkenntnissen und  Mathematik, da wird auch praktisch geübt, wie verschiedene Konfliktsituationen zu beherrschen sind (Verfasserinnen R.Buèinskienë, I.Baranauskienë, G.Butvilienë, L.Kasparavièienë, V.Lacienë und R.Grëbliûnienë).
  • „Pflege der Gartenpflanzen“ dient als Lehrbuch für Floristen, wo auch das Verständnis gefördert wird, dass die Arbeit eine von der Grundwerten im Leben ist. Das Lehrbuch zeichnet sich durch Förderung von lebenspraktischen Fertigkeiten aus (Verfasserinnen I.Augulienë, I.Baranauskienë und V.Rutkauskienë).
  • „Handbuch des sozialen Lernens für Menschen mit besonderem Förderungsbedarf zusätzlich zur beruflichen Qualifikation“ repräsentiert die Erfahrungen der deutschen Kollegen aus BBW Südhessen. Vor allem wird hier dargestellt, wie bei der Vermittlung von beruflichen Qualifikationen die soziale Kompetenz von behinderten Jugendlichen gefördert werden kann. Dieses methodiche Lehrmittel wurde auf Deutsch erstellt und dann ins Litauische und ins Lettische übersetzt und zugleich an Bedürfnisse der litauischen und lettischen Jugendlichen angepasst. Als Anlage erscheint eine CD-ROM und ein Videofilm, die beim besseren  Beherrschen  von Regeln des soziales Verhaltens behilflich sein werden.
  • „Praktikumshandbuch für Hotelangestellte“ stellt im Grunde genommen  eine ganz neue pädagogische Orientierung in allen Projektländern dar. Dieses Buch ist für solche Auszubildende empfehlenswert, die ihr Praktikum in kleinen und mittleren Betrieben leisten werden. Nach der Meinung der Projektpartner, vergeht die soziale Adaptation in kleineren Betrieben leichter und dabei sind bessere Ergebnisse zu erwarten (Verfasserinnen I.Baranauskienë, R.Baltrukonienë und  J.Dþiautienë).
  • Methodicher Videofilm „Förderung von Schlüsselqualifikationen in Partnerländern“ (Deutschland, England, Lettland und Litauen) verfolgt das Ziel, den Gesichtskreis der  Fachleuten zu erweitern, die im Bereich der Behindertenförderung tätig sind. Der Film wird in Litauisch und in Englisch angefertigt.
  • Die Webseite wird die Datenbank über die berufliche Bildung Behinderter ergänzen. Einerseits ist sie auf die Förderung von Kompetenzen  orientiert und andererseits dient sie zur Transfer und Verbreitung der Projektergebnisse. Die Webseite wird in allen Projekpartnersprachen angefertigt.
  • Methodicher Aufsatz „Berufliche Bildung von lernbehinderten Jugendlichen in England“ (Verfasserin S.G.Jones) ermöglicht, besser die Ziele und Prozesse der sozialen Inklusion zu begreifen. Das hat als Vorlage für die Vorbereitung der anderen Projektprodukten gedient. Dieser Aufsatz wird im Eglischen, Litauischen und Lettischen herausgegeben.
  • Methodicher Aufsatz „Berufliche Bildung von behinderten Jugendlichen in Deutschland” (Verfasser K.-H.Schindler) lässt nicht nur die Spezifik  der beruflichen Bildung in Deutschland zum Vorschein kommen, sondern auch zeigt zugleich, wie erfolgreich die Grenzen der beruflichen Qualifikation erweitert werden können. Dieser methodiche Aufsatz wurde in alle Partnersprachen übersetzt.

Kurzdarstellung der Projektbasiseinrichtung

Mission

Das LRPRC wendet sich an die Sonder-, Mittel- und Hauptschulabsolventen mit dem Angebot, einen Beruf zu erlernen und sich für das selbständige Leben vorzubereiten. Das Zentrum wurde am 1. Mai 1994 eröffnet und verfügt über Werkstätten nach europäischen Standards. In dieser Einrichtung werden 500 lern- und körperbehinderten Jugendlichen beruflich gefördert und zugleich wird für ihre psychologische, medizinische und soziale Rehabilitation gesorgt.

Die Mitarbeiter dieser Einrichtung arbeiten engagiert im Ausbildungsprozess:

  • die Werte der offener demokratischer Gesellschaft werden den Auszubildenden vermittelt
  • Fertigkeiten des selbstbewussten Lebens werden geübt
  • den Auszubildenden wird bei der Berufswahl geholfen und die Pädagogen stehen jederzeit bei praktische Erprobung der Fähigkeiten zur Verfügung
  • die Auszubildenden werden in perspektiven Berufen ausgebildet, wobei die Art und Schwere der Behinderung und die Marktentwicklungen berücksichtigt werden
  • den Auszubildenden werden praktische berufliche Fachertigkeiten beigebracht
  • es wird ganz eng mit litauischen uns ausländichen Ausbildern und Fachleuten zusammengearbeitet
  • die Ausbildung im Zentrum erfolgt nach europäischen Qualifikationsstandards. Im Zentrum sind 92 pädagogische Fachkräfte angestellt: 10 Lehrer, 55 Ausbilder, 22 Erzieher, 5 Leiter der Freizeitaktivitäten.
Zukunftsperspektiven

Die Mitarbeiter bauen Pläne für die Zukunft und hoffen ein methodisches Zentrum für solche Ausbilder und Sonderschullehrer zu gründen, die mit lern- oder körperlich behinderten Jugendlichen arbeiten. Ein anderer wesentlicher Punkt ist das Bestreben, das ganze System durch motiviertes Selbstlernen und Selbsfördern zu unterstützen. Die behinderten Jugendlichen, die einen Beruf erlernt haben, sind zu einer möglichst weitgehenden, wirkungsvollen Eingliederung in die Gesellschaft befähigt, sie werden meistens zu Mitgliedern von der Gemeinde Radviliðkis. Profesionelle Pädagogen bleiben flexibel: Nach Bedürfnissen der Jugendlichen wird individuell oder in Gruppen gearbeitet. Am wichtigsten ist es, den Jugendlichen zu helfen, sich in der rasant ändernder Technologienwelt  Halt zu bekommen und selbständig zu bleiben.

Die Mitarbeiter des LRPRC nehmen an verschiedenen litauischen und internationalen Projekten teil, deren Ziel ist, Bedingungen für eine erfolgreiche Adaptation und Eingliedrung der behinderten Jugendlichen zu schaffen.

Berufswahlmöglichkeiten

In vielen Fällen ist es erforderlich, die lernbehinderten Jugendlichen durch eine gezielte Vorförderungsmassnahme vorzubereiten. Die Abteilung für Berufsorientierung und Berufsbefähigung  ist wie ein kleines Zentrum, das nur über einige Zimmer verfügt. Jeder Jugendliche kann hier im Laufe von 2 Wochen seine persönlichen Möglichkeiten überprüfen. Jedes Jahr kommen hierhin etwa 200 Absolventen der Sondereinrichtungen, Mittel- und Hauptschulabsolventen. Die Abteilung mit ihrer Forschungs- und Beratungsarbeit umfasst  medizinisches, soziales, diagnostisches und psychologisches Gebiete.

Hier werden gute Möglichkeiten für das Lernen und für aktive Freizeitgestaltung der Körperbehinderten geschaffen: Im Zentrum werden Fahr- und Schneiderkurse organisiert. Die Körperbehinderten werden im Hotel des Zentrums untergebracht.

Im Ausbildungsjahr 2001-2002 werden die Jugendlichen in folgende Ausbildungsberufe aufgenommen:

Für behinderte Jugenliche bestehen folgende Angebote:

Tischler

Bekleidungsschneider

Koch

Schlosser

Bauaustatter

Hotelangestellter

Gartenbauer (Schwerpunkt: Anbau von Nutz- und Zierpflanzen im Garten)

Gartenpfleger 

Gartenbauer (Schwerpunkt: Anbau von Feldkulturen)

Hauswirtschafter und Renovierungsarbeiter

Für Jugendliche mit Haupt- oder mit Mittelschulabschluss wird Folgendes angeboten:

Automechaniker (Stufe II und IV)

PKW- Karosserienmechaniker (Stufe II)

Koch und Kellner (Stufe II)

 Basiseinrichtung des Projektes:

81 Gedimino Str.

5120 Radviliðkis

LRPRC, Rehabilitationszentrum für Berufsbildung Der Republik Litauen

tel.:      (8-292) 53957

fax:      (8-292) 53682

e-post: lrprc@radvilis.omnitel.net

Am Heroldsrain 1

D-61184 Karben

BBW, Berufsbildungswerk (Deuschland)

tel.: 8-10 49 6039 482 100

fax: 8-10 49 6039 482 199

e-post: info@bbw-suedhessen.de

Sloka 72

LV-Jurmala

Rehabilitationszentrum Der Republik Lettland

tel.:8-10 371 7769495 fax.:8-10 371 7765046

e-post.: rrc@parks.lv

799 Wilmslow

Road Didsbury

UK-Manchester M202 RR

Manchester Metropolitan University

United Kingdom

tel.: 44(0)1612472060



[1] weiter im im Text - LRPRC (Lietuvos reabilitacinis profesinio rengimo centras)

[2] weiter im Text - BBW

[3] weiter im Text - RRC

[4] weiter im Text - MMU